Unfallchirurgie und Geriatrie Hand in Hand

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KRH Alterstraumazentrum zertifiziert / Gemeinsame Visiten

​Die demografische Alterung und damit verbundene sozioökonomische Veränderungen haben zu durchgreifenden Veränderungen in der Unfallchirurgie geführt. In den vergangenen acht Jahren hat das Durchschnittsalter der unfallchirurgischen Patienten im KRH Traumazentrum Nordstadt um zehn Jahre zugenommen. Über achtzigjährige Patienten werden regelmäßig operativ versorgt, aber auch über neunzig- und hundertjährige Patienten bedürfen dringlicher operativer Versorgung, insbesondere bei Brüchen des Oberschenkels. dgu_certiq_zertifiziert_logo_web_doppelte_groesse_neu.jpg

„Die medizinische Herausforderung, die der Umgang mit unseren älteren Verletzten nach sich zieht, ist intensiv und erfordert eine fachliche Spezialisierung, wie sie durch die Fachärzte der Geriatrie gewährleistet wird“, sagt PD Dr. Jörg Isenberg, Chefarzt der Nordstädter Fachklinik für Unfallchirurgie, Handchirurgie und Orthopädie. In enger Kooperation mit der KRH Geriatrie Langenhagen wurde jetzt ein Alterstraumazentrum aufgebaut, das von unabhängigen Gutachtern erfolgreich zertifiziert worden ist.

Geriatrische und unfallchirurgische Fachgesellschaften haben ein  Zertifizierungsverfahren nach qualitätsorientierten Kriterien etabliert, um die Qualität der Therapie und die Interdisziplinarität zu verbessern. Gleichzeitig sollen die zertifizierten Zentren Daten für ein Register zu Verfügung stellen, die der Forschung dienen. Seit dem Start der Initiative im Jahr 2014 sind 46 Alterstraumazentren durch die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie in Deutschland und der Schweiz zertifiziert worden. Die Zertifizierung des Alterstraumazentrums des KRH ist die zweite ihrer Art in Niedersachsen.

Die Klinik für Unfallchirurgie, Handchirurgie und Orthopädie des KRH Klinikums Nordstadt und die KRH Geriatrie Langenhagen, in denen unfallchirurgische und geriatrische Expertise auf Facharztniveau durchgängig vorgehalten wird, sind bereits vor zwei Jahren eine umfassende Kooperation mit gemeinsamen Chef- und Oberarztvisiten in beiden Standorten eingegangen. In diesem Jahr werden voraussichtlich 500 verletzte alte Menschen nach der Akutbehandlung in der Unfallchirurgie in die akutgeriatrische Behandlung nach Langenhagen verlegt, um die nach dem Unfall in der stationären Behandlung diagnostizierten Erkrankungen weiter zu behandeln. Wird ein Rehabilitationspotenzial erkannt, schließt sich eine geriatrische Rehabilitation in der Regel unmittelbar an.

Die meisten dieser Patienten können nach einigen Wochen wieder mobil in ihre häusliche Umgebung entlassen werden. Neben der ärztlichen Leistung ist der Behandlungserfolg der Arbeit von Pflegekräften, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Psychotherapeuten und Sozialarbeitern geschuldet. Stehen nach der Rehabilitation weitere Verbesserungen in Aussicht, besteht die Möglichkeit der ambulanten Behandlung in der angeschlossenen Tagesklinik.

 

 

31. Oktober 2016