„Es war höchste Zeit für mich, die Reißleine zu ziehen“

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„Morgenmän Franky“ und Prof. Julian Mall sprachen bei Radio ffn über Adipositas-OP

Morgenmän Franky und Prof. Dr. Julian Mall im ffn-Studio

​ Gewicht: 176 Kilo, Body-Mass-Index: über 50: „ Es war höchste Zeit für mich, die Reißleine zu ziehen und meinen Magen verkleinern zu lassen“, betont ffn-Moderator Franky. Die Operation ließ er im KRH Klinikum Nordstadt vornehmen, operiert hat ihn Prof. Dr. Julian Mall, Leiter des dortigen Adipositaszentrums ►. Knapp zwei Wochen später stand er wieder gut gelaunt und bereits 20 Kilogramm leichter vor dem Mikrofon. Und natürlich ließ sich es sich Franky nicht nehmen, seinen Operateur zu sich ins Studio des Radiosenders einzuladen.

Prof. Dr. Julian Mall, Morgenmän Franky, Caroline Gawehns und Axel Einemann während der Radiosendung

Am Dienstagmorgen, seinem zweiten Arbeitstag nach dem Eingriff, sprachen die beiden darüber, weshalb sich Franky zu einer Magenverkleinerung entschlossen hatte, seine Erfahrungen mit der OP sowie über das Krankheitsbild Adipositas (krankhafte Fettleibigkeit). Im Anschluss an die Sendung beantwortete der Nordstädter Chirurg und Adipositasexperte eine Dreiviertelstunde lang Hörerfragen. Seine Antworten waren live über Facebook mitzuverfolgen.

 

 Video: Prof. Dr. Mall beantwortet die Fragen der Zuhörer

 

 

Adipositas: Was ist das und was kann man dagegen tun?

Das Thema Adipositas beschäftigt viele: Über die Hälfte der Menschen in Deutschland sind übergewichtig, rund 1,2 Millionen davon haben einen Body-Mass-Index (BMI) von über 40. Als normalgewichtig gelten diejenigen, deren BMI zwischen 18 und 25 liegt, bei einem Wert von 25 bis 29 gilt man als übergewichtig, ab 30 liegt eine krankhafte Fettleibigkeit (Adipositas) vor, ab 50 ist mit schweren gesundheitlichen Folgen zu rechnen, die das Leben bedrohen können.

Prof. Mall rät jedem, der an Adipositas leidet, sich in einem spezialisierten Zentrum wie dem Adipositaszentrum im KRH Klinikum Nordstadt vorzustellen. Denn die krankhafte Fettleibigkeit ist eine Erkrankung, die mit Diäten nicht in den Griff zu bekommen ist. „Es gibt keine Diät, die nachhaltig funktioniert, sonst wären alle dicken Leute dünn“, so Mall. Dies gelte natürlich nicht für leicht übergewichtige Personen, die zum Beispiel nach den Weihnachtstagen ein paar Kilo abspecken wollten.

Vor einer Operation sind einige Hürden zu nehmen. So muss man nachweisen, dass man mindestens ein halbes Jahr lang eine Lebensumstellung versucht, eine Diätberatung in Anspruch genommen und Sport getrieben hat. Erst dann besteht die Chance, dass die Krankenkasse die Kosten übernimmt. Die OP selbst wird in schonender Schlüssellochtechnik ausgeführt. Schon nach drei bis vier Tagen kann der Patient in der Regel entlassen werden.

Nach der Magenverkleinerung fasst der Magen nicht mehr bis zu zwei Liter, sondern nur noch etwa 200 Milliliter. Kein Wunder also, dass jemand wie Franky nur noch winzige Portionen auf einmal zu sich nehmen kann. „Ganz wichtig ist es, dass der Patient ausreichend trinkt, etwa anderthalb bis zwei Liter täglich in kleinen Rationen“, betont Prof. Mall. Und da nicht nur der Körper, sondern auch der Kopf sich umstellen muss, verrät er ein paar Tricks: „Essen Sie mit einem Kinderbesteck von einem kleinen Teller. Es ist auch nicht schlimm, wenn Sie anfangs den Raum verlassen, wenn Sie den Anblick der Portionen der anderen am Tisch belastend empfinden.“

Doch auch eine Magenverkleinerung oder ein Magenbypass (einer weiteren Möglichkeit, Adipositas operativ zu behandeln) ist nur ein Schritt auf dem Weg zum Normalgewicht. Wichtig ist es, seinen Lebensstil in Bezug auf Ernährungsgewohnheiten und sportlicher Betätigung dauerhaft zu verändern. Dazu leistet der Besuch von Selbsthilfegruppen, die es auch im KRH Klinikum Nordstadt gibt, eine große Hilfe. Hier kann man sich mit anderen Patienten austauschen, wertvolle Hinweise erhalten und findet für Fragen und Probleme ein offenes Ohr unter Gleichgesinnten.

 

 

 

Mittwoch, 26. Oktober 2016